29.05.2020 - Kategorie "Insolvenzverfahren"

Berliner Traditionskino „Colosseum“ stellt Insolvenzantrag

Das Berliner Kino Colosseum ist insolvent

Die „Kino Colosseum Betriebsgesellschaft mbH“, Betreiberin des Berliner Traditionskinos „Colosseum“, hat Insolvenz angemeldet.


Das Amtsgericht Charlottenburg hat Sebastian Laboga von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Unternehmens bestellt. Infolge des bundesweiten Coronavirus-bedingten Shutdowns musste das „Colosseum“ wie alle anderen deutschen Kinos im März seinen Betrieb einstellen. Der über zwei Monate andauernde Umsatzausfall führte schließlich zum Insolvenzantrag des Unternehmens.

 

Laboga macht sich derzeit in Gesprächen mit der Geschäftsführung ein Bild der Lage. In den kommenden Wochen wird der vorläufige Insolvenzverwalter gemeinsam mit seinem Team, zu dem Rechtsanwalt Michael Bohnhoff gehört, die zur Verfügung stehenden Sanierungswege prüfen und anschließend geeignete Maßnahmen ergreifen. Eine Fortführung des Geschäftsbetriebs im vorläufigen Insolvenzverfahren ist aufgrund der weiterhin geltenden gesetzlich verordneten Kontaktbeschränkungen nicht möglich.

 

„Der Insolvenzantrag der Colosseum-Betreibergesellschaft ist eine schlechte Nachricht für Berlin“, betonte PLUTA-Sanierungsexperte Sebastian Laboga. „Schließlich gehört das Colosseum zum kulturellen Erbe der Hauptstadt. Allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Großkino infolge der Corona-Pandemie Insolvenzantrag stellen musste. Es steht zu befürchten, dass weitere Kinos folgen werden.“

 

Der Betriebsrat wurde bereits über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der rund 45 Arbeitnehmer sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.


Das Colosseum wurde vor rund 100 Jahren gegründet und gehört zu den ältesten deutschen Kinos überhaupt. Der Filmproduzent Artur Brauner kaufte Anfang der Neunzigerjahre das Gebäude von der Treuhand und ließ es zu einem modernen Multiplex-Kino umbauen. Das Colosseum umfasst heute zehn Kinosäle mit rund 2.800 Plätzen. Geschäftsführer der „Kino Colosseum Betriebsgesellschaft mbH“ ist Sammy Brauner, Artur Brauners Sohn. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz


Bild: Alexses

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