26.07.2018 - Kategorie "Insolvenzverfahren"

Jünger Audio will sich in einem Insolvenzverfahren neu aufstellen

30 Mitarbeiter bis einschließlich August über das Insolvenzgeld abgesichert

Geschäftstätigkeit läuft ohne Einschränkungen weiter und wird strategisch neu ausgerichtet


Die Jünger Audio GmbH, weltbekannter Hersteller von professioneller Audiotechnik, will sich in einem Insolvenzverfahren neu aufstellen. Einen entsprechenden Antrag stellte das Unternehmen beim Amtsgericht Charlottenburg. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Stefan Ludwig von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

 

Ziel des Verfahrens ist es, die bereits im vergangenen Jahr begonnene Restrukturierung des Unternehmens zu beschleunigen und erfolgreich abzuschließen. „Wir arbeiten daran, das Geschäftsmodell von Jünger Audio auf eine zukunftsorientierte Basis zu stellen“, erklärt Geschäftsführer Martin Schlockwerder. „Wir wollen künftig parallel zur Hardware auch verstärkt auf softwarebasierte Lösungen für die Audiotechnik konzentrieren, um den großen Veränderungen des Marktes gerecht zu werden.“

 

Die dafür notwendigen internen Umbauarbeiten sind bereits im vollen Gange, konnten aber aus finanziellen Gründen ohne ein Insolvenzverfahren nicht mehr abgeschlossen werden. „Am Ende hat uns die Liquidität gefehlt, um das neue Konzept zur Serienreife zu führen“, berichtet Schlockwerder.

 

Jünger Audio will deshalb einen Investor mit an Bord holen, der das Unternehmen mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausstattet, um die Neu­aus­richtung stemmen zu können. Schlockwerder ergänzt: „Mit frischen Geldern können wir unsere weltweit renommierten Entwicklungsleistungen in Form von innovativen Produkten präsentieren und als plattformunabhängige Software in relevanten Zukunftsmärkten anbieten.“

 

Jünger Audio hat dafür schon vor Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens einen M&A-Prozess gestartet, um gezielt Investoren anzusprechen. „Wir setzen hier auf umfangreichen Vorarbeiten auf“, berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Ludwig. „Das ist sehr gut, weil wir ohne Zeitverlust die Gespräche mit Interessenten weiter vorantreiben können. Unser Ziel ist es, die Suche zeitnah und erfolgreich abzuschließen.“

 

Ungeachtet der Neu­aus­richtung läuft der Geschäftsbetrieb bei Jünger Audio ohne Einschränkungen weiter. „Alle vorhandenen Aufträge werden wie vereinbart erfüllt“, sagt Ludwig. Die Mitarbeiter sind bis einschließlich August über das Insolvenzgeld abgesichert.

 

Jünger Audio wurde 1990 in Berlin gegründet und hat sich auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb qualitativ hochwertiger digitaler Audioalgorithmen und Audioprozessoren spezialisiert. Zu den Kunden zählen die weltweit größten Broadcaster, Streaming-Dienstleister und Tonstudios. Neben dem eigenen Produktportfolio arbeitet Jünger Audio mit Lizenznehmern und OEM-Partnern aus den Bereichen Pro-Audio, Automotive und Consumer Electronics zusammen. Mit rund 30 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen rund 3,5 Millionen Euro Umsatz jährlich.

 



Über Schultze & Braun

Schultze & Braun ist ein führender Dienstleister für Insolvenzverwaltung und Beratung von Unternehmen in der Krise. Mit rund 700 Mitarbeitern an mehr als 40 Standorten in Deutschland und im europäischen Ausland vereint Schultze & Braun als einer der wenigen Anbieter juristischen und betriebswirtschaftlichen Sachverstand unter einem Dach. Schultze & Braun unterstützt Unternehmen regional, national und international in allen Sanierungs- und Restrukturierungsfragen, führt sie durch Krise und Insolvenz oder zeigt, wie sich Insolvenzen vermeiden lassen. Darüber hinaus berät und vertritt Schultze & Braun Mandanten in Fragen der klassischen Unternehmens-, Rechts- und Steuerberatung.


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