15.11.2018 - Kategorie "Insolvenzverfahren"

P&R: Fortschritt bei Sicherung des Schweizer P&R Vermögens für deutsche Gläubiger

der Sicherung von Vermögenswerten zu Gunsten der Gläubiger der insolventen deutschen P&R Gesellschaften

Bei der Sicherung von Vermögenswerten zu Gunsten der Gläubiger der insolventen deutschen P&R Gesellschaften haben die Insolvenzverwalter nun einen weiteren Fortschritt erzielt.


Die Anteile an der nicht insolventen Schweizer P&R Gruppen-Gesellschaft, bei der die Einnahmen aus der weltweiten Container-Vermietung zusammenlaufen, gehören nun den deutschen Container-Verwaltungsgesellschaften. Auf der Grundlage einer Verpfändung durch den bisherigen Eigentümer der Schweizer P&R und Gründer der Gruppe, Herrn Heinz Roth, nach Schweizer Recht wurden diese auf dem Wege des sogenannten „Selbsteintritts“ an diese bzw. deren Insolvenzverwalter übertragen. Gleichzeitig wurde Herr Heinz Roth aus dem Verwaltungsrat entlassen.


„Nachdem wir bereits einen alleinvertretungsberechtigten Verwaltungsrat installieren konnten, haben wir im Rahmen unserer vielfältigen Stabilisierungs- und Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf die Schweizer P&R nun eine weitere wichtige Hürde genommen. Die Gesellschaft und das dort laufende Container-Management sind nunmehr im direkten Zugriff der Insolvenzverwalter. Wichtig ist vor allem, dass der Geschäftsbetrieb der nicht insolventen Schweizer P&R völlig ungestört weiterläuft, alle laufenden Zahlungen geleistet werden können und sichergestellt ist, dass die dort eingehenden Gelder über die deutschen Insolvenzverfahren an die Anleger verteilt werden können,“ so Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé.


Aufgrund der vertraglichen und historisch gewachsenen Strukturen werden die Einnahmen aus der Container-Vermietung an Leasing- und Transportgesellschaften weltweit zunächst in der Schweizer Gesellschaft erzielt. Diese soll - wie eine „Zahlstelle“ - ihre Einnahmen an die deutschen P&R Gesellschaften weiterleiten.


Sicherung der Einnahmen für die Gläubiger

Die bereits durchgeführten Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die erwirtschafteten Einnahmen letztlich den Gläubigern der deutschen P&R Gesellschaften zu Gute kommen.


Wieviel bei einer bestmöglichen Verwertung durch eine Kombination aus Weitervermietung und Verkauf der Container an die Anleger zurückfließen kann, lässt sich derzeit noch nicht seriös abschätzen. Dies hängt von mehreren Faktoren wie etwa auch der Entwicklung der Weltwirtschaft und Wechselkursschwankungen ab, insbesondere jedoch von der Möglichkeit der ungestörten Weitervermietung der Container durch die Schweizer P&R.


„Die Schweizer P&R führt ihren Geschäftsbetrieb seit den Insolvenzanträgen der deutschen Gesellschaften vor mehr als acht Monaten uneingeschränkt fort“, stellt Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé fest.


Er warnt jedoch weiter: „Trotz der mittlerweile im Interesse der Gläubiger erreichten weitgehenden Stabilisierung trägt die Schweizer P&R weiterhin das gesamte Risiko des Container-Flottenmanagements. Sollte es hier zu Störungen kommen, etwa wenn die Geschäftspartner das Vertrauen verlieren und P&R Container außer Dienst stellen, würde dies zu Ausfällen für die Gläubiger führen. Es bleibt dabei, dass Alleingänge von Anlegern oder deren Anwälten keine Aussicht auf Erfolg versprechen, sondern vielmehr das Risiko in sich tragen, allen Gläubigern schwere Schäden zuzufügen.“


Die Insolvenzverwalter sind weiterhin dabei, die Voraussetzungen für eine erste Abschlagsverteilung zu schaffen. Die gerichtlichen Prüfungstermine wurden zwischenzeitlich auf den 29.05.2019 vertagt. Allerdings muss zunächst Rechtssicherheit über die generierten Mittel und über die festgestellten Forderungen hergestellt sein. De Übernahme der Anteile stellt hierfür einen wichtigen Zwischenschritt dar. Ziel bleibt es weiterhin, eine erste Zahlung an die Gläubiger im Jahr 2020 zu leisten. Dies ist ein vergleichsweise früher Zeitpunkt in Insolvenzverfahren dieser Größenordnung und Komplexität.


Bild: g-point

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