06.10.2014 - Kategorie "Insolvenzverfahren"

Restrukturierung soll Hulvershorn Eisengießerei wieder in ruhiges Fahrwasser bringen

Bocholt: Eisengießerei Hulvershorn stellt Insolvenzantrag

Die Hulvershorn Eisengießerei, Bocholt, plant eine umfangreiche Restrukturierung des Unternehmens und hat dazu beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt.


Durch die Eigenverwaltung kann Geschäftsführer Christian Gündisch die bisher begonnenen Sanierungsmaßnahmen in Eigenregie fortführen. Unterstützt wird er im Eigenverwaltungsverfahren durch einen Sanierungsgeschäftsführer. Mit Wirkung zum 2. Oktober wird Dr. Utz Brömmekamp von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp das Amt aufnehmen. Weiterhin benannte das Amtsgericht Münster Dr. Sebastian Henneke (Kanzlei hrm Henneke Röpke) aus Bocholt zum vorläufigen Sachwalter. Die 219 Mitarbeiter wurden heute im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Antragstellung informiert. Die Löhne und Gehälter sind in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert. Ein Arbeitsplatzabbau ist nicht geplant.

 

Das Unternehmen wird zusammen mit dem Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp einen Sanierungsplan entwickeln, der die Eckpfeiler zur Fortführung des Unternehmens aufzeigt. Buchalik Brömmekamp führte bereits vor zwei Jahren die Eisengießerei Karlshütte (Bünde) durch ein Eigenverwaltungsverfahren aus der wirtschaftlichen Schieflage. Dem Sanierungsplan mit den Maßnahmen zur Entschuldung des Unternehmens müssen letztendlich die Gläubiger zustimmen, später wird der Plan vom Amtsgericht bestätigt. Eine der ersten Schritte wird nun das Wiederhochfahren der zum Teil zum Erliegen gebrachten Produktion sein. Weiterhin sind Optimierungen in den Produktionsprozessen, die Verstärkung der Vertriebsaktivitäten und die Reduzierung der Abhängigkeit von der Windkraftbranche geplant.

 

Mit dem Eigenverwaltungsverfahren nutzt die Eisengießerei eine neue Möglichkeit der Insolvenzordnung, deren Reform 2012 in Kraft trat. Das Unternehmen habe sich letztlich für die Eigenverwaltung entschieden, weil das Verfahren die besten Instrumente biete, die eingeleitete Sanierung im Interesse aller Stakeholder schnell und erfolgreich umzusetzen. „Die Gespräche mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten stimmen uns sehr positiv, so dass der Geschäftsbetrieb wieder reibungslos laufen kann“, so Geschäftsführer Christian Gündisch. Die Gesellschafter haben bereits die Finanzierung im Eröffnungsverfahren zugesagt. Auch die IG Metall und der Betriebsrat brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Sanierung erfolgreich verläuft und dadurch möglichst alle Arbeitsplätze gesichert werden. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Bocholt bewertet diesen Schritt positiv für das Unternehmen und die Arbeitnehmer, weist aber darauf hin, dass hierzu aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden muss.

 

 


Bild: © Marcio V.

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